Revision und Neubewertung alter Fotos

Nodeems ech am letzte Karel de Projet 125 Joer AVL virgestallt hat, hunn ech mech direkt un d’Revisioun vun dem wat scho geschriwwen gouf, gemeet. Als éicht gëllt, eis Quellen ze konsoldéieren, fir dat wat mir scho wëssen besser ze présentéieren, an nei Erkenntnisser, di an de letzte Joeren haaptsächlich iwwer a-z.lu gewonne guffen, anzebauen.
Wou awer fänkt een am beschten un? Ma vir!

Ausgangslage

Nach der Überlieferung wurde der A.V. d’Letzeburger 1897 gegründet. Wo, von wem, warum und wie ist nicht bekannt, hierzu fehlen einfach die Dokumente, wie eine Gründungsurkunde oder eine Mitteilung in einer Zeitung. Sogar wann genau diese Gründung stattgefunden hat, ist nicht so ganz klar.

  1. Die kanonische Überlieferung folgt Max Eckert, der 1920 in seinem Aufsatz “Der Aachener Student” als Teil der Festschrift zum 50. Bestehen der RWTH den Oktober 1897 nennt1. Dies macht insofern Sinn, weil zum Oktober die Vorlesungen beginnen.
  2. Eine neue, noch zu überprüfende Quelle2 nennt sogar ein präziseres Datum und verlegt die Gründung vor, ins Sommersemester auf den 29. Juli 1897. Freilich ist dies eine sogenannte sekundäre Quelle.
  3. Wenn wir der Bildüberschrift zum Foto “Fahnenweihe” vertrauen, müssten wir sogar eine Gründung im Jahre 1896 annehmen!
    Überschrift zum Foto denn sie nimmt in Anspruch, dass das Foto 1901 zur Erinnerung an das 5. Stiftungsfest festgehalten worden wäre. Dies steht freilich nicht nur im Widerspruch zu Max Eckert, sondern auch zur überlieferten Tradition. Bereits 1921 hält der veröffentlichte Bericht zum Stiftungsfest fest, dass es sich um das 24. gehandelt hätte3. Andererseits ist die Beschriftung auf dem Foto das älteste Dokument das wir haben und damit schon gewichtig! Gäbe es den A.V. d’Letzeburger bereits seit 1896, wäre diese Gründung an den Termin des erstmaligen Zusammenschluss der Alten Herren in einer “Polytechniker-Verbindung” zum hauptstädtischen Pfingstmontag den 31.8.1895 herangerückt, über dessen Entdeckung wir letztes Jahr berichtet hatten. Es würde glaubwürdiger, dass nicht nur die Wiedergründung 1949, sondern bereits die erste Gründung des Vereins im 19. JH massgeblich von den Ehemaligen betrieben worden wäre.
    Wir können nicht ausschliessen dass die Überlieferung erst später, als welchen Gründen auch immer, auf das Gründungsjahr 1897 zurecht gebogen wurde. – Einen simplen Schreib- oder Rechenfehler beim Beschriften des Fotos freilich auch nicht.

Wer genau die Gründer von 1897 nun waren, wissen wir leider immer noch nicht, aber wir haben seit 1997 doch ein paar Fortschritte gemacht, nicht zuletzt Dank einiger (Bild-)dokumente, die uns in den Jahren 2007-2008 vorgelegt wurden. Diese dokumentieren das studentische Leben der zweiten Generation des A.V.L., die Leute welche im ersten Jahrzehnt des 20. JH in Aachen waren. Dadurch wurden diese weit greifbarer als die myhtischen Gründer, und auch als ihre Nachfolger späterer Generationen. Erst ab 1922 werden unsere Kenntnisse wieder besser, weil in den Jahren Studenten wirkten, die wir in den 1990er Jahren als hochbetagte Zeitzeugen noch befragen konnten.

  1. 2007 manifestierte sich Mme Juliette Geib , die Enkelin vonFranz Geib,
  2. und kurz darauf Nicole Hartmann, Urenkelin von Camille Keiffer.

Eine erste umfassendere Auswertung stellten wir sogar schon im Oktober 2008 vor, doch dann passierte lange nichts. Jetzt, für die geplante Publikation 125 Joer AVL, haben wir das Material noch mal angeschaut und einzelne Sachen nachgesucht, hauptsächlich auf a-z.lu:

Das Album Keiffer

Camille Keiffer, aus Luxemburg Stadt, hatte sich 1899 in Aachen für Chemie eingeschrieben, liess 1902 verlauten dass er das Vordiplom nun in der Tasche hätte und schloss das Studium 1906 ab. Hier sind seine Fotos, die Nicole uns bereitgestellt hatte, nun überarbeitet, neu angeordnet und teilweise, völlig neu beschriftet, weil wir neue Erkenntnisse erschliessen konnten:

Fotoalbum von Camille Keiffer

Das meiste sind Porträts, aber auch einige Gruppenbilder, vor allem sind allesamt, die damalige Technik verlangte dies, gestellte Bilder. Dafür aber fast samt und sonders von einer ausgezeichneten Qualität, da sie ja, auch anders als heutige Schnappschüsse, von professionellen Fotographen aufgenommen wurden. Uns hatten zunächst (2008) vor allem die beschrifteten Rückseiten interessiert, erlaubten sie uns doch z.B. neue Biernamen zuzuordnen und sogar Vorstandslisten zu rekonstruieren. Zu welchem Foto, welche Rückseite gehört hatte, war uns zunächst eher nicht so wichtig. Die Zuordnung war schwierig, weil wir die Originale bei einem Besuch bei Nicole im Jahre 2008 zwar einmal in Augenschau genommen hatten, die Arbeit des mühsamen Einscannens aber nicht zu machen brauchten, weil Nicole uns ihre Scans zur Verfügung stellte. Nach der mühevollen Arbeit der Zuordnung können wir nun folgende Aussagen treffen:

Einige Beispiele für Porträts

Es scheint damals üblich gewesen zu sein, sich porträtieren zu lassen, und Freunden dann ein signiertes Foto von sich selber zu schenken.

Die Fotographen

Wir haben gezählt wer wieviele Fotos schoss, und wie es ausschaut, war wohl Hubert Kaiser der Lieblingsfotograph der Clique:

Atelier Strasse Vorkommen
Atelier Hammonia Adalbertstrasse 39 1
August Clahsens Hochstrasse 19 2
Emile Körbele Adalbertsteinweg 39 1
Eugen Westendorp 1
Hubert Kaiser Jesuitenstrasse 5 15
Lantin Friederich-Wilhelm Platz 10 1
R. Farmer Friederich-Wilhelm Platz 5 (Nuellens Hotel) 1

Der Baron Jacquinot

Wir haben uns inzwischen auch daran begeben, durch Vergleiche der Fotos untereinander, vor allem aber mittels biographischer Recherchen, mehr über die abgebildeten Personen rauszufinden, in der Hoffnung so Material für die angedachte Festschrift 125 Jahre AVL zu sammeln. Wie so etwas aussehen kann, sei im folgendem an der Person des “Baron Jacquinot” demonstriert:
Auf zwei frühen, glücklicherweise beschrifteten Fotos aus dem Archiv von Camille Keiffer dem Foto “AV d’Letzeburger im WS 1900/01” und dem Foto “Fahnenweihe“, ist ein Mann zu sehen der als „F. Jaquinot“ oder „F. Jaquinot“ bezeichnet wird.


Beim Foto „Fahnenweihe“ sind die Namen angegeben, die Vornamen aber abgekürzt, vermutlich damit sie alle aufs Bild passen:

Wir lesen hier entweder ein J oder ein F, vermutlich letzteres. Wir wissen nicht, wer die Fotos beschriftet hat, Camille selber war es nicht, der hat eine ganz andere Handschrift. Der Name „Jaquinot“ ist offensichtlich auch falsch geschrieben (es fehlt das „c“ vor „qu“), denn auf der Postkarte „an Emma“ vom 20.5.1902, unterschreibt er selber als: „F. Baron Jacquinot L! F.M.“.
Er ist also ein Mitglied der Verbindung A.V. d’Letzeburger, das in dem Semester amtierender Fuchsmajor ist! Es ist zur Zeit unser ältester Nachweis für die Besetzung dieser Charge!

Die Jacquinots waren Besitzer der Ziegelfabrik in Bettembourg und das Familienoberhaupt durfte sich durchaus Baron nennen. Es dürfte sich also um einen Sohn des Barons Charles Maximilien Auguste JACQUINOT (1849-1904) handeln.
Unter den Kindern des Barons finden wir tatsächlich Söhne, die zu der Zeit junge Männer waren4:

  1. Charles “Auguste” Eugène Jean JACQUINOT 1878-1963
  2. Marie-Caroline Jeanne Auguste JACQUINOT 1879-1953
  3. Maximilien Marie “Fernand” JACQUINOT 1880-1949
  4. Marie “Marguerite” Paul JACQUINOT 1881-1937
  5. André Jules Adrien JACQUINOT 1883-1915
  6. Marie “Elisabeth” Joséphine Alphonsine JACQUINOT 1884-1975
  7. Anne-Marie JACQUINOT 1886-1955

Den ältesten und berühmtesten, den späteren Baron, Diplomaten, Schriftsteller und Pétainisten Charles-Auguste-Eugène-Jean Jacquinot5 schließen wir aus, über den berichtet der Escher Courrier unter Lokal-Nachrichten6 am 18.07.1896:

Luxemburg. Wie wir vernehmen, hat Herr Aug. Jacquinot, Sohn des Herrn Baron Ch. Jacquinot von Bettemburg, sein zweites Baccalauriats-Examen zu Paris mit Auszeichnung und unter Beglückwünschung der Jury bestanden. Der hoffnungsvolle junge Mann, welcher schon voriges Jahr dasselbe Resultat aufzuweisen hatte, macht dem Colleg der Jesuitenväter zu Reims, an welchem er studirte, alle Ehre.

Der studierte demnach von 1897 bis 1901 Rechts- und Politikwissenschaften in Paris und dürfte danach wohl kaum 1902 in der Preussischen Provinz den Fuchsmajor eines da noch recht unbedeutenden Studentenvereins gegeben haben. Es bleiben:

  1. Der Mittlere: Maximilien Marie “Fernand” JACQUINOT
  2. Und der Jüngste: André Jules Adrien JACQUINOT

Der letztere ist erst 1883 geboren, wäre 1900 also erst 17 Jahre gewesen, das wäre aber theoretisch denkbar, da Aachen im Jahre 1900 das Maturitätsprinzip noch nicht eingeführt hatte. Beide sind auf jeden Fall im Jahre 1905 nicht (mehr) in Aachen. Bei der Neukonstitution der Firma, haben beide ihren älteren Bruder, den Juristen mandatiert in Ihrem Namen zu handeln7:

M. Charles-Auguste-Eugène-Jean baron Jacquinot, industriel, demeurant à Bettembourg, agissant en son nom personnel et comme subrogé-tuteur de ladite mineure Jacquinot et en outre en sa qualité de mandataire de ses deux frères, nommément :
a) M. André-Adrien-Jules Jacquinot, élève-brigadier au 8e régiment de hussards en garnison à Verdun, où il demeure, duquel il se porte en outre fort aux termes de sa procuration reçue par Me Faber, notaire à Bettembourg, le 30 mars 1904, enregistrée, dont une expédition délivrée par le dit notaire Faber, signée ne varietur du porteur, se trouve annexée à un procès verbal d’adjudication publique d’immeubles, reçu par le notaire instrumentaire soussigné, en date du 22 septembre 1904, enregistré; —
b) M. Maximilien-Marie-Fernand Jacquinot, chimiste, demeurant à Bettembourg, suivant procuration reçue en minute par le notaire instrumentaire soussigné en date du 8 juillet 1905, dûment enregistrée ;

André Jules Adrien ist 1905 also dabei eine Karriere als französischer Berufsoffizier einzuschlagen und wird am 6. Oktober 1915 in der Champagne Kampagne den Schlachtentod finden8. Es ist durchaus denkbar, dass er das Studium in Aachen nur aufnahm, weil sein Vater sich für den Betrieb einen Chemiker gewünscht hatte. Er hätte es dann nach dem Tode des Vaters 1904 abgebrochen, um seinen Neigungen und dem berühmten Vorfahren, dem napoleonischen General9), zu folgen und sich dem Militär zuzuwenden. Wäre er unser Mann, könnte das erklären, warum wir, für einen Industriellen ungewöhnlich, seinen Namen auf keinerlei späteren Listen Luxemburger Ingenieure und Industriellen mehr finden. Allerdings wäre diese Möglichkeit doch reichlich ungewöhnlich, vor allem wo nicht überliefert ist, dass „Jules“ wirklich sein Rufname ist.
Der mittlere Bruder hingegen, wird in dem besagten Akt sogar ausdrücklich als Chemiker bezeichnet, allein deshalb halten wir diesen für den wahrscheinlicheren Kandidaten. Und in der Tat, nach unseren vorliegenden Recherchen, gelang es dann auch Fernand Jacquinot in den Akten der RWTH nachzuweisen. Laut freundlicher Mitteilung durch das Hochschularchiv vom 1.9.2020 steht dort in Akte 10.000a Seite 95 folgender Eintrag:

  • Geburtsort: Bettenbourg
  • Geburtsdatum: nicht angegeben
  • Studienrichtung: Chemie
  • Semester der Einschreibung: 1900/1
  • Status: Hospitant

Dass Fernands Name nicht in späteren Listen auftaucht, etwa der der Mitglieder des Vereins der Ingenieur und Industriellen, die nur seinen Bruder als Mitglied führen, könnte mit einem am 14.11.1904 bekannt gemachten richterlichem Beschluss zu tun haben, der ihn für geschäftsunfähig erklärte10. Lange muss dieser Zustand nicht gedauert haben, denn in dem vorgenannten Akt von 1905 tritt bereits wieder Fernand selber seine Verhandlungsrechte an den Bruder ab und nicht sein (wohl nur zeitweiliger) Vormund de la Fontaine.
Danach verliert sich seine Spur, obwohl er erst 1949 stirbt. Er stand wohl immer im Schatten des echten Barons, erst des Vaters, dann des Bruders.

Auf jeden Fall sind wir der Meinung, dass er noch auf folgenden von Camilles Fotos zu sehen ist:


Wir versuchen nun noch einige Gruppenbilder zu deuten.

Die zwei Männer mit dem Hund

Fangen wir mit einem einfachem an, betrachten wir als erstes das Foto “zwei Männer mit Hüten, Pfeifen und Hund”, aus dem zweiten Teil:

In der Person links erkennen Camille Keiffer, das ist auch so in seiner Familie überliefert. Der Mann rechts müsste Léon Dondelinger aus Reisdorf sein. Dondelinger ist sehr leicht an seinem auffälligen, etwas struppigen Schnurrbart zu erkennen.


So vertraulich wie Camille den Hund an die Taille fasst, können wir davon ausgehen, dass es seiner ist.
Wir gehen davon aus, dass Camille und Léon enger befreudet waren! So hatte Léon auch Camille den Bierseidel geschenkt und interessanterweise sitzen oder stehen die beiden auf Fotos ziemlich oft nebeneinander, nicht nur auf jenen aus den Jahren, wo sie beide Chargierte des AVL waren, sondern auch auf einem Foto von 1903! Und wieder haben sie einen Hund dabei, freilich ein anderer, der sitzt dort Camille zu Füssen:

Ein Ausflug nach Mondorf?

Unter Camilles Fotos fanden sich zwei Fotos, die wir oben bei den Erörterungen zum Baron Jacquinot bereits angesprochen haben, die offensichtlich am selben Tag entstanden, dann es sind jeweils dieselben Herren die darauf abgebildet sind, und die Kleidung scheinen sie zwischen den Bildern auch nicht gewechselt zu haben:


Betrachten wir erst das linke. Was sehen wir hier?
Vorne stehen fünf Personen, zwei stehen auf der Mauer, und zwei weitere sitzen auf einem Wegweiser. Alle bis auf einen haben einen Hut, sei es auf dem Kopf oder in der Hand, und einen Spazierstock. Im Hintergrund stehen Bäume, und es fliesst ein Bach.
Die erste Frage die sich stellt: Wo ist das?
Bereits der Standort des Fotographen, dessen Namen aufgedruckt ist, gibt einen ersten Hinweis: Mondorf. Damals waren die Belichtungszeiten noch so lang, und die Apparate so schwer, Automobile noch so wenig verbreitet, dass die jungen Männer den Photographen nicht an beliebige Orte bestellen konnten. Es ist also in der Nähe von Mondorf.
Der Wegweiser zeigt auf, dass die Dörfer Aspelt 7km, Altwies 4,7 km und die Stadt Diedenhofen 21 km entfernt wären. Dass Thionville hier noch Diedenhofen genannt wird, deutet darauf hin, dass das Foto vor 1919 entstand.
Wenn wir annehmen, dass der Fluss die Gander ist, spricht alles, entweder für das luxemburgische Bad Mondorf, oder das damals deutsche, heute französische Mondorff.
Neben dem Baron (auf dem Wegweiser rechts) erkennen wir, natürlich Camille, ferner Nicolas Raus und Jean Weiwers, der nachweislich Gründungsmitglied des AV d’Letzeburger und später lange Jahre Präsident des Altherrenverbandes war, ein Mann Namens Bastendorff und natürlich Léon Dondelinger.
Die Abgebildeten sehen alle noch ziemlich jung aus, könnten aber bereits alte Herren sein. Vielleicht entstand das Foto 1912 auf einem Altherrentag, denn in dem Jahr bekam Camille von Adolf Bastendorff sein Porträtfoto geschenkt, bevor dieser sich auf in den Namen Osten machte um dort am Bau der Bagdadbahn mitzuwirken.
Vielleicht entstand an dem Tag auch dieses Foto:


Einige der Personen auf dem Foto tragen nämlich Bierzipfel, sind also ehemalige Studenten und die Barttracht ist auch noch wilhelminisch. Daher dürfte nämlich auch dieses Foto noch vor Ausbruch des ersten Weltkrieges entstanden sein.

Das nächste Projekt: Biographien

Schon 2008 hatten das Projekt Biographien einmal ins Auge gefasst, die Grundidee ist noch älter. Angeregt von den in der Revue Technique veröffentlichten Nekrologien hatte 2003 Constant Colling vorschlagen, wir sollten unsere Mitglieder anschreiben, dass jeder seine Autobiographie schreiben und hier bereitstellen möge. Das haben wir uns damals dann aber doch nicht getraut.
Wir haben nun begonnen zu einigen biographische Details zu sammeln, und an folgendem Ort abzulegen:

Im Augenblick sehe ich folgende Prioritäten:

  1. Gründungsmitglieder
  2. All die alten Recken die auf den Fotos sind
  3. “Bedeutende” Persönlichkeiten
  4. Leute die im Comité waren

Die “Comitéslëschten”

Wie schon angesprochen haben uns sowohl die beschrifteten Fotos von Franz Geib (bzw. Juliette Geib) und Camille Keiffer (bzw. Nicole Hartmann), als auch die Erwähnungen in Zeitungen die wir auf a-z.lu gefunden haben, unsere Kenntnisse der Zusammensetzungen der Vorkriegsvorstände so stark erweitert, dass wir beschlossen haben, dass eine einzige Tabelle nicht mehr reicht um unser Wissen richtig zu präsentieren. Denn wir wollen zu jedem Eintrag auch angeben, woher wir das wissen! Daher haben wir zu jedem JAHR eine Seite angelegt. In einigen Jahren gab es zwei Comités, die müssen sich dann eine Seite teilen. Wir denken, dass vor 1960 der Vorstand jedes SEMESTER neugewählt wurde, zumindest §21. der Satzungen von 1915 verfügen:

§21.
Die Wahl des Präsidiums bedingt 2/3 Stimmenmehrheit. Die Wahl des Vorstandes hat vor Schluß jeden Semesters zu geschehen.

Wir haben uns entschlossen, bei unserer Darstellung immer mit dem SOMMERSEMESTER zu beginnen und das Wintersemester, das ja in dem Jahr noch beginnt anzufügen. Neben der Darstellung pro Jahr, werden parallel noch weitere gepflegt, so wie die Darstellung in einer Tabelle, die Liste der Präsidenten, der Sekretäre usw.

Mittels Pfeilen kann man zu den anderen Jahren navigieren, später sollen noch weitere Links angegeben werden können. Als Beispiel reproduzieren wir hier die Erkenntnisse zum Jahr 1923:


1922 <- 1923 ->1924

Charge Name Woher wissen wir das?
Sommersemester 1923
X Präsidium Camille MERGEN Foto Kneipe 1923
XX Schriftwart Eduard BODSON Foto Kneipe 1923
XXX Kassenwart Richard KNAFF Foto Kneipe 1923
FM Fuchsmajor Robert MARX Foto Kneipe 1923
Wintersemester 1923/24
X Präsidium Othon GOEDERT Artikel LW 26-01-1924
XX Schriftwart Hubert HEISBOURG Artikel LW 26-01-1924
XXX Kassenwart Mathias WILLEMS Artikel LW 26-01-1924
FM Fuchsmajor

Quellen zum Comité 1923

Die Kenntnis der Zusammensetzung des Vorstandes vom SS 1923 verdanken wir dem durch Hubert Heisbourg überliefertem Foto der Kneipe, die am Lavenstein abgehalten wurde. Egon Zander konnte sich an die Namen der Chargen erinnern.

Es erschiem im Luxemburger Wort11 am 26. Januar 1924, also noch im Wintersemester, ein Artikel in dem wir u.a. folgendes lesen konnten:

Am Abend des 23. Januar gaben Herr Konsul Erich Cüpper und Gemahlin in ihrem Privathause ein Diner an dem teilnahmen: Der Vorstand des Vereins der Luxemburger in Aachen: die Herren Dipl. Ing. Delperdange, Dipl. Ing. Ecker und Jean Divo; der Vorstand des Vereins der Luxemburger in Düsseldorf: die Herren Zeimes und Omes; die Chargierten des Akademischen Vereins der Luxemburger in Aachen: die Herren Goedert, Heisbourg und Willems: der belgische Konsul Herr Dargent, der britische Konsul Herr Fein, der französische Konsul Herr Tastevin, die Herren Rektor Brakke, Direktor Chomé, Dipl. Ing. Loose, General=Direktor Schrader, Weihbischof und Probst Dr. Sträter, Bürgermeister Wickmann, der obere belgische Delegierte der hohen Rheinlandkommission Baron de Radzittzky d’Ostiowick, der belgische Kreisdelegierte Vroonen, der belgische Deleguierte Berreyt, der belgische Aumonier Divisionnaire Meulepas, bei Vorsitzende der Union Belge Deprez.

Damit ist auch klar, dass das Foto von der Kneipe im Lavenstein von 1923 im Sommersemester entstanden sein muss, was wir ohnehin vermuteten, da eine solche Kneipe in der Regel der Auftakt zum Stiftungsfest war, welches traditionnell im Juli stattfand.


  1. Max Eckert, “der Aachener Student” in Paul Gast 1920 []
  2. Eintrag in die Datenbank Specimen Corporationum Cognitarum. []
  3. Lokales.. In: Luxemburger Wort, 1921. Jg., nº 160 (12.07.1921), p. 3.
    [Digitised by the National Library of Luxembourg, https://persist.lu/ark:70795/jp5qfk/pages/3/articles/DTL50]

    — Luxemburger im Auslande. Die Studentenverbindung, der akademische Verein „d’Letzeburger” in Aachen, feierte am 8. Juli ihr 24. Stiftungsfest. Um 7 1/2 Uhr fand im Vereinslokale (Lavenstein) ein offizieller Festkommers statt, welcher äußerst zahlreich besucht war u. aufs glänzendste verlief.

    []

  4. Die Nachkommen der Familie Karl Joseph de Collart – Maria Franziska de Donnea; Dr. Prosper Kayser und Paul Vanolst 2016. Seite 121. Wir geben hier nur die Kinder aus der ersten Ehe des Barons. []
  5. siehe seine Kurzbiographie unter https://www.autorenlexikon.lu/page/author/397/3972/DEU/index.html. Ausführlicher Christian Calmes “Le baron Charles Auguste Jacquinot (1878-193)” in nos cahiers 3/90 []
  6. In: Escher Courrier, nº 56 (18.07.1896), p. 3. [Digitised by the National Library of Luxembourg, https://persist.lu/ark:70795/1fvj4m05q/pages/3/articles/DTL49 ] []
  7. „Großh. Beschluß vom 9 August 1905, wodurch die Errichtung der anonymen Gesellschaft « Briqueteries de Bettembourg » gestattet und deren Statut genehmigt wird.“ Im Memorial N° 44. vom Samstag, 12. August 1905. []
  8. Die Familie Jacquinot gibt 1915 im deutsch besetztem Luxemburg, folgende Todesanzeige für den jüngsten Sohn auf:
    Avis Mort. 3 Page 4. In: Luxemburger Wort, 1915. Jg., nº 310&311 (06.11.1915), p. 4.
    [Digitised by the National Library of Luxembourg, https://persist.lu/ark:70795/jt48sp/pages/4/articles/DTL228]

    La baronne JACQUINOT née COLLART,
    Le baron et la baronne JACQUINOT née LAMORT et leur fils,
    Monsieur Fernand JACQUINOT ,
    Mademoiselle Caroline JACQUINOT
    Mademoiselle Marguerite JACQUINOT,
    MM Monsieur et Madame Jean METZ et leurs enfants
    Monsieur et Madame Franz SERVAIS et leurs fils,
    Monsieur et Madame Carlo TÜRK,
    Les familles d’HUART, de VILLERS, COLLART, de la FONTAINE, LAVAL ont l’honneur de faire part à leurs amis et conaissances de la perte cruelle qu’ils viennent d’éprouver en la personne de
    MONSIEUR m. Andre Jules Adrien JACQUINOT
    leur fils, frère, beau-frère, oncle, neveu et cousin, tombé au champ d’honneur le 6 octobre 1915.
    Bettembourg. Luxembourg, Esch/Alzette, Longwy, Nancy, Steinfort le 6 novembre 1915.
    9457

    NACH dem Krieg vermeldet ein Artikel in : L’indépendance luxembourgeoise, 49. Jg., nº 206 (12.09.1919), p. 1.
    [Digitised by the National Library of Luxembourg, https://persist.lu/ark:70795/nx746r/pages/1/articles/DTL67] :

    Au service de la France
    Nous apprenons que Monsieur Andre Jacquinot, tombé à l’offensive de Champagne, le 6 octobre 1915, vient d’être désigné pour la croix de guerre posthume, par ordre du maréchal commandant en chef des armées françaises de l’est, avec la citation suivante: Jacquinot, André- Jules -Adrien, matricule 06275, brigadier à l’escadron à pied du 2e régiment de hussards: «Excellent brigadier, d’un grand courage, plein d’entrain et de dévouement, mort en brave le 6 octobre 1915, des suites de blessures.» Au Grand Quartier Général, le 12 juillet 1919. Le Maréchal de France, commandant en chef les années françaises de l’Est.
    signé: Pétain.

    Und 1922 wird der gefallene Offizier dann wohl umgebettet und in Bettembourg christlich beigesetzt:

    Avis Mort. 3 Page 13. In: Luxemburger Wort, 1922. Jg., nº 186 (11.08.1922), p. 13.
    [Digitised by the National Library of Luxembourg, https://persist.lu/ark:70795/625j66/pages/13/articles/DTL360]

    Avis mortuaire
    Nous avons l’honneur de faire part de l’enterrement de
    Mr André – Jules – Adrien JACQUINOT
    brigadier au 2e hussard, décoré de la croix de guerre et de la médaille militaire mort au champ d’honneur, le 6 octobre 1915, et transféré du cimetière militaire de la Champagne à Bettembourg. Le cortège funèbre partira de la maison familiale à Bettembourg, le dimanche, 13 août, à 3 heures de l’après-midi. 4669 La famille Jacquinot.

    []

  9. Charles Claude Jacquinot (* 3. August 1772 in Melun; † 24. April 1848 in Metz []
  10. Publicité 3 Page 3. In: L’indépendance luxembourgeoise, 32. Jg., nº 265 (14.11.1904), p. 3. [Digitised by the National Library of Luxembourg, https://persist.lu/ark:70795/xjrzxk/pages/3/articles/DTL194] steht:

    Par jugement, rendu par défaut le neuf novembre mil neuf cent quatre par la première chambre du tribunal civil de l’arrondissement de Luxembourg, enregistré, signifié, Monsieur Fernand Jacquinot , chimiste, demeurant à Bettembourg, a été mis sous conseil judiciaire et Monsieur Charles de la Fontaine, conseiller à la cour supérieure de justice, demeurant à Luxembourg, a été nommé son conseil, sans l’assistance duquel il ne pourra désormais plaider, transiger, emprunter, recevoir un capital mobilier, ni en donner décharge, aliéner ni grever ses biens d’hypothèques. Pour extrait certifié sincère et véritable par le soussigné, avoué de Monsieur le Baron Auguste Jacquinot , industriel, demeurant â Bettembourg, demandeur en nomination de conseil judiciaire. 8590 Auguste LAVAL.

    []

  11. Lokal=Chronik.. In: Luxemburger Wort, 1924. Jg., nº 26&27 (26.01.1924), p. 3. [Digitised by the National Library of Luxembourg, https://persist.lu/ark:70795/rt1n28/pages/3/articles/DTL87 ]
    []

Be the first to comment

Leave a Reply

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.