Der Kaiserkommers 24.1.1913

Der Burgfriede bleibt gewahrt.
Es wird gebeten, während des offiziellen Teiles
nicht zu rauchen.
Reden sind beim Präsidium anzumelden.

Salamander-Kommando

„Ad exercitium salamandris”
1-2-3 (die Schoppen werden ausgetrunken). 1-2-3 (es wird ein Wirbel geschlagen). 1-2-3 (Schoppen auf den Tisch stossen).
1-2-3 (Schoppen werden mit einem Schlag auf den Tisch gestellt).

-2.-
Melodie: Heidelberg, du Jugendbronnen. WJ

  1. 1. Aachen, freier Musensöhne altersgraue, treue Wacht, sieht die Sonne dich, du schöne, schaut sie freundlich her und lacht. Wo die Wurm in Feld und Hängen plätschernd ihre Bogen zieht, in geheimnisvollen Klängen rauscht der Wald sein dunkles Lied.
  2. 2. Singt und sagt von grauen Zeiten, da in deiner Quellen Glut hier die Glieder, müd vom Streite, mancher Recken ausgeruht. Und aus dumpfem Schildgedröhne, Schwertgeklirr und Hass und Streit steigt empor die märchenschöne, goldne Kaiserherrlichkeit.
  3. 3. Und von stolzen, freien Tagen raunt der Wald und rauscht und braust von dem Grafen, der erschlagen liegt von freier Bürgersfaust. Trutzig, wie dein Schmiedemeister, standest du in Sturm und Not. Selbst der Herr der Höllengeister, hat vergebens dich bedroht
  4. 4. All die hehren Kronenträger sanken ins Vergessen schier, und das Zepter ward zum Schläger und zur Kneipe das Turnier. Von der Väter Hass und Lieben künden dunkle Sagen nur. Doch ihr Durst ist uns geblieben, und Gambrinus schirmt die Flur.
  5. 5. Und so klingt und singt es heiter, wenn der Schläger niedersaust; und die Engel singen’s weiter, dass es durch die Himmel braust: Kaiserstadt, du jugendschöne, blühe fort in alter Pracht, Aachen, freier Musensöhne altersgraue, treue Wacht.

2.
1. Als noch Arkadiens goldne Tage mich jungen Burschen angelacht, wie hab ich da in süssem Taumel die frohen Stunden hingebracht; leicht war mein Herz und leicht mein Wechsel, die gar zu bald davongerauscht! Und doch hätt ich mit keinem Fürsten in jener Seligkeit getauscht; war selbst cin Fürst der Freude ja, o goldne Akademia!
2. Zwar tät mein Vater häufig schreiben : Mein Sohn, geh ins Kollegium; doch oftmals wider meinen Willen bracht mich der Zufall neckisch drum ; bald galt’s ein Fässchen anzustecken, bald lag ich draussen auf Men sur! Die Lust am Zechen und am Pauken liegt in des Burschen Frohnatur. Wer schilt das krasse Füchslein da? . O goldne Akademia.!
3. Ging ich entlang die engen Gassen, aufs Haupt das Cerevis gedrückt, hei, wie die schmucken Mädchen lachten, wenn freundlich ich emporgenickt; den Weibern war ich wohlgewogen, als stets verliebter Musensohn, gern hätt ich aller Herz besessen, doch eines war mein eigen schon, des sçhönsten Mädchens, das ich sah, o goldne Akademia!
4. Ach, pfeilschnell flogen die Semester, ein altes Haus nennt man mich heut, nun hat auch mir auf meine Locken der Winter seinen Reif gestreut; doch nimmer will ich dich vergessen, der holden Freiheit Paradies, die schönste Zeit in meinem Leben, da ich noch flotter Bursche hiess; stets bleib ich dir im Geiste nah, o goldne Akademia!
3.
1. Aus Feuer ward der Geist geschaffen, drum schenkt mir susses Feuer ein! Die Lust der Lieder und der Waffen, die Lust der Liebe schenkt mir ein, der Trauben susses Sonnenblut, das Wunder glaubt und Wunder tut!
2. Was soll ich mit dem Zeuge machen, dem Wasser ohne Saft und Kraft, gemacht fur Kräten, Frösche, Drachen und fur die ganze Würmerschaft? Für Menschen muss es frischer sein; drum bringet Wein und schenket ein!
3; 0 Wonnesaft der edlen Reben! O Gegengift fur jede Pein ! Wie matt und wass’rig ist das Leben, wie ohne Stern und Sonnenschein, wenn du, der einzig leuchten kann, nicht zündest deine Lichter anl
4. Es w ,re Glauben, Liebe, Hoffen und alle Herzensherrlichkeit im nassen Jammer lüngst ersoffen und alles Leben hiesse Leid, warst du nicht in der Wassernot des Mutes Sporn, der Sorge Tod.
5. Drum dreimal Ruf und Klang gegeben ! Ihr frohen Brüder, stosset an: ,Dem frischen, kühnen Wind im Leben, der Schiff und Segel treiben kann !” Ruft Wein, klingt Wein und aber Wein ! Und trinket aus und schenket ein !
6. Aus Feuer ward der Geist, geschaffen, drum schenkt mir süsses Feuer ein! Die Lust der Lieder und der Waffen, die Lust der Liebe schenkt mir ein, der Trauben susses Sonnenblut, das Wunder glaubt und Wunder tut f

4.
1. Burschen heraus ! Lasst es schallen von Haus zu Haus ! Wenn der Lerche Silberschlag grüsst des Maien ersten Tag, dann heraus und fragt nicht viel, frisch mit Lied und Lautenspiel, Burschen heraus!
– 6 –
3. Denkst du daran, wie treu dem Burschenschwerte, für Burschenehre einst du mächtig schlugst, und ob dein Gegner sich auch tapfer wehrte, den schweren Sieg davon doch endlich trugst! Da standest du, als Held, so kühn so offen, wie es sich ziemt für einen deutschen Mann: – dass damals mich dein Freundesblick getroffen, o wackrer Schläger, denkst du noch daran?
4. Denkst du daran, mein vielgeliebter Bruder, wie wir so froh die Burschenzeit verlebt? Oft ging’s uns gut, oft unter allem Luder, vor Manichäern hab’n wir nie gebebt. Wenn uns der nervus rerum dann enteilte, der Jude kam, der vielgeliebte Mann, dem man alsdann die Klassiker verkeilte – o Freund und Bruder, denkst du noch daran?
7.
1. Der Sang ist verschollen, der Wein ist verraucht, stumm irr’ ich und träumend umher. Es taumeln die Häuser vom Sturme umhaucht, es taumeln die Wellen ins Meer.
2. Die Wolken, sie tanzen, manch’ Sternlein fällt, hat tief in den Wolken gezecht l Ich steh’ wie ein Fels, wie die Angel der Welt, wie ein Kaiser in Freiheit und Recht.
3. Und die Strassen durchirr’ ich, die Plätze so schnell, ich klopfe von Hause zu Haus; bin ein fahrender Schüler, ein wüster Gesell’, wer schützt mich vor Wetter und Graus?
4. Ein Mägdelein winkt mir vom hohen Altan, hell flackert im Winde ihr Haar. Ich schlag’ in die Saiten und schwing’ mich hinan, wie licht ist ihr Aug’ und wie klar !
5. Und sie küsst mich und drückt mich und lacht so bell; nie hab’ ich die Dirne geschaut. Bin ein fahrender Schüler, ein wüster Gesell’, was lacht sie und küsst mich so traut?

8.
1. Deutschland,, Deutschland über alles, über alles in der Welt, wenn es stets zu Schutz und Trutze brüderlich zusammenhält, von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Beit – Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt !
2. Deutsche Frauen, deutsche Treue, deutscher Wein und deutscher Sang sollen in der Welt behalten ihren alten, schönen Klang, und zu edler Tat begeistern unser ganzes Leben lang – deutsche Frauen, deutsche Treue, deutscher Wein und deutscher Sang?
3. Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland! danach lasst uns alle streben brüderlich mit Herz und Hand Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Giuckes Unterpfand – blüh’ im Glanze dieses Glückes, blühe, deutsches Vaterland.

9.
Melodie : Einst spielt’ ich.
1. Einst lebt ich so harmlos in Freiheit und Glück; gefüllt war der Beutel, stets heiter mein Blick; ich klirrte mit Sporen, ich schwang das Rapier; zu frohen Gesängen, wie schmeckte das Bier! Frohlockend stets schwärmt ich durch Fluren und Hain. O selig, o selig, ein Fuchs noch zu sein.
2. Jetzt hab’ ich Semester und heiss’ altes Haus; das war ja mein Sehnen, da strebt ich hinaus I Kein Moos nun in Bänken, der Bären so viel, die brummen entsetzlich, nie werden sie still! Die Schätze der Weisheit sind auch noch nicht mein. O selig, o selig, ein Fuchs noch zu sein.
3. Und endet der Bursche und muss er nach Haus, umarmen ihn Freunde noch einmal beim Schmaus. Von manchem vergessen, der nahe ihm stand, verlässt er der Freiheit geheiligtes Land ; er wird ein Philister und steht so allein! O selig, o selig, ein Fuchs noch zu sein
10.
1. Es klingt ein heller Klang, ein schönes deutsches Wort in jedem Hochgesang der deutschen Männer fort : Ein alter König, hochgeboren, dem jedes deutsche Herz geschworen ; wie oft sein Name wiederkehrt, man hat ihn nie genug gehört.
2. Das ist der heil’ge Rhein, ein Herrscher reich begabt, des Name schon, wie Wein, die treue Seele labt. Es regen sich in aller Herzen viel vaterländsche Lust und Schmerzen,’wenn man das deutsche Lied beginnt vom Rhein, dem hohen Felsenkind.
3. Sie hatten ihm geraubt der alten Würden Glanz, von seinem Königshaupt den grünen Rebenkranz, In Fesseln lag der Held geschlagen; sein Zürnen und sein stolzes Klagen, wir haben’s manche Nacht belauscht, von Geisterschauern hehr umrauscht.
4. Was sang der alte Held? Ein furchtbar dräuend Lied: „O weh’ dir, schn5de Welt, wo keine Freiheit blüht, von Treuen los und bar von Ehren; und willst du nimmer wiederkehren, mein, ach gestorbenes Geschlecht, und mein gebrochnes deutsches Recht?”
5. „O meine hohe Zeit l mein goldner Lenzestag l ais noch in Herrlichkeit mein Deutschland vor mir lag, und auf und ab am Ufer wallten die stolzen adligen Gestalten, die Helden, weit und breit geehrt durch ihre Tugend und ihr Schwert!”
6. „Es war ein frommes Blut – in ferner Riesenzeit, voll kühnem Leuenmut und mild als eine Maid. Man singt es noch in späten Tagen, wie den erschlug der arge Hagen. Was ihn zu solcher Tat gelenkt, in meinem Bette liegt’s versenkt.”
8 –
7. „Du Sünder, wüte fort! Bald ist dein Becher voll; der Nibelungen Hort ersteht wohl, wann er soll. Es wird in dir die Seele grausen, wann meine Schrecken dich umbrausen. Ich habe wohl und treu bewahrt den Schatz der alten Kraft und Art!”
8. Erfüllt ist jenes Wort: Der König ist nun frei, der Nibelungen Hort ersteht und glänzet neu ! Es sind die alten deutschen Ehren, die wieder ihren Schein bewähren : der Väter Zucht und Mut und Ruhm, das heil’ge deutsche Kaisertum !
9. Wir huld’gen unserin Herrn, wir trinken seinen Wein; die Freiheit sei der Stern, die Losung sei der Rhein ! Wir wollen ihm aufs neue schwören; wir müssen ihm, er uns gehören. Vom Felsen kommt er frei und hehr: er fliesse frei in Gottes Meer!
11.
1. Es sassen beim schäumenden, funkelnden Wein drei fröhliche Bursche und sangen; es schallte und brauste das Jubellied, und lustig die Becher erklangen.
2. Der Erst’, ein Jüngling mit dunkelem Haar, hob hoch in der Rechten den Becher: ,Dem Vater Rhein, der den Wein uns erzog, ein donnerndes Vivat ihr Zecher I”
3. „Es lebe der Rhein! es lebe der Rhein! so schallt es hinaus in das Weite;’ da griff in der Laute Saiten und sprach mit blitzendem Auge der Zweite
4. „Roch lebe die liebe Frau Musika! die’ haltet in Ehren, ihr Brüder! es lebe Musik ! es lebe Gesang !” Laut klingen die Gläser wieder.
5. Und wie der festliche Ruf ertönt noch zu des Gesanges Preise, da schwingt schon der Dritte den Becher empor und spricht zu der Freunde Kreise
6. ,Was soll uns der Wein, was soll uns Gesang, wenn die Liebe nicht innig im Bunde? Ihr Brüder, der Liebe ein donnerndes Hoch, ein Hoch aus des Herzens Grunde !”
7. „Es lebe die Liebe, die Freundschaft hoch Il’ so schallt es von Munde zu Munde; sie reichen die Hand sich und herzlichen Kuss, und leeren das Glas bis zum Grunde.

12.
1. Es steht ein Wirtshaus am grünen Rhein, von Reben und Rosen umkränzt. Drin hat der Wirtin Töchterlein den perlenden Wein kredenzt. Der Trunk der Wirtin war gut, fürwahr, hell blinkte sein goldner Schein! Doch feuriger war das Augenpaar vom lieblichen Töchterlein.
0
9 –
2. Ich trank ein Schmollis mit kräft’gem Zug dem Kinde so rosig und schön ; als ich nach meiner Zeche frug, da liess man mich nimmer gehn. Und als ich weiter dann zog ins Land von seligen Stunden beglückt, da hat mir des Mägdleins liebe Hand mit Rosen den Hut geschmückt.
4. ,Fahr’ wohl, Gott gebe dir gut Geleit, du frischer, du fröhlicher Knab’ i Die Rosen sagen, wie allezeit ich herzinnig lieb dich hab’ l’° – Das war, ihr Burschen, ein teurer Wein, mein teuerster wohl, ohne Scherz? Ich zahlte nicht Gold, nicht Edelstein, ich gab ihr mein junges Herz.
13.
1. Es war ein Knab gezogen wohl in die Welt hinaus. Sein Lieb war ihm gewogen, das Glück allein blieb aus. Und er wanderte weit in der Sommerszeit, wenn im Walde die Rosen blühn.
2. Wie bist du hoch geboren, und ich ein armer Knab; die Lieb, ja die Lieb ist verloren, und die Welt ist stumm wie ein Grab. Doch was soll mir mein Leid in der Sommerszeit, wenn im Walde die Rosen blühn.
3. Das Mägdelein birgt ihre Klagen im stillen Kämmerlein, sie durft es niemanden sagen, und hoffte jahraus, jahrein. Sie sah über die Heid in der Sommerszeit, wenn im Walde die Rosen blühn.
4. Ein Reiter kam geflogen, sein Haar, es flattert im Wind. Sag, bist mir noch gewogen, herzallerliebstes Kind? Und da lachten sie beid’ in der Sommerszeit, wenn im Walde die Rosen blühn.
5. Und sie lagen sich in den Armen, ihr Herz vor Liebe schlug, und bat die Welt kein Erbarmen – die Lieb war gross genug. Und da küssten sich beid’ in der Sommerszeit, wenn im Walde die Rosen blühn.
14.
Melodie; Sind wir vereint usw.
1. Hast du dem Lied der alten Eichen, mein deutsches Volk, nicht oft gelauscht, wenn ihre Krone sondergleichen die Zwiesprach mit dem Himmel tauscht? Da beten sie, wie alte Helden: Wir wollen stark und trutzig sein, Herr Gott, du Meister aller Welten, wir zittern nur vor dir allein !
2. Wie deine Eichen sollst du’s halten, mein deutsches Volk, sei stark und fest, ob auch der Stürme Kampfgewalten umbrausen dich in Ost und West ! Des Geiers Flug sollst du verscheuchen, der deinen Herd umflattern will, du sollst dich nie vor Menschen beugen, vor deinem Gott nur beug’ dich still.
3. 0 wolle immer treulich halten des Kanzlers schlichtes Heldenwort, der selber stand vor Sturmgewalten so fest wie deiner Eichen Hort. Ob Donner gleich die Stürine toben, das deutsche Herz bleibt mutgeschwellt: Wir Deutsche fürchten Gott da droben, sonst aber nichts auf dieser Welt!
15.
1. Heil dir dir Siegerkranz, Herrscher des Vaterlands! Heil Kaiser, dir! Fühl’ in des Thrones Glanz die hohe Wonne ganz Liebling des Volks zu sein l Heil, Kaiser, dir-!
2. Nicht Ross’ und Reisige sichern die steile Höh’, wo Fürsten stehn; Liebe des Vaterlands, Liebe des freien Manns gründet den Herrscherthron wie Fels im Meer.
3. Heilige Flamme glüh’, glüh’ und erlösche, nie für’s Vaterland ! Wir alle stehen dann mutig für einen I\Iann, kämpfen und bluten gern für Thron und Reich!
4. Sei, Kaiser Wilhelm, hier lang’ deines Volkes Zier, der Menschheit Stolz! Fühl’ in des Thrones Glanz die hohe Wonne ganz: Liebling des Volks zu sein ! Heil, Kaiser, dir l

16.
1. Hier sind wir versammelt zu löblichem Tun, drum Brüderchen, ergo bibamus! Die Gläser sie klingen, Gespräche sie ruhn; beherziget: ergo bibamus! Das heisst noch ein altes, ein tüchtiges Wort, es passet zum ersten und passet so fort und schallet, ein Echo, vom festlichen Ort, ein herrliches: ergo bibamus!
2. Mich ruft mein Geschick von den Freunden hinweg: ihr Redlichen, ergo bibamus ! Ich scheide von hinnen mit leichtem Gepack, drum doppeltes : ergo bibamus! Und was auch der Filz von dem Leibe sich schmorgt, so bleibt für den Heitern doch immer gesorgt, weil immer dem Frohen der Fröhliche borgt; drum Brüderchen : ergo bibamus!
3. Was sollen wir sagen zum heutigen Tag? ich dächte nur: ergo bibamus ! Er ist nun einmal von besonderem Schlag, drum immer aufs neue: bibamus! Er führet die Freude durchs offene Tor, es glünzen die Wolken, es teilt sich der Flor, da scheint uns ein Bildchen, ein gdttliches, vor, wir klingen und singen : bibamus!

17.
Melodie: Von allen den Mädchen usw.
1. Ich bin ein Student und ein leichter Gesell, hab’ Freud’ an der Lieb’ und am Wandern. Ich schaue in Äugelein dunkel und hell und flatt’re von einer zur andern. Hab’ ich auch mit vielen gescherzt und gelacht, am besten gefallt mir die eine; sie ist mein Gedanke bei Tag und bei Nacht; nur sag’ ich nicht, welche ich meine.
– 12 –
4. Jetzt sind die Gläser alle leer; füllt sie noch einmal wieder! Es wogt im Herzen hoch und hehr – ja, wir sind alle Brüder, von einer Flamme angefacht – dem deutschen Volke sei’s gebracht, auf dass es glücklich sei und frei, und frei ! Auf dass es glücklich sei und frei
20.
1. Mit der Fiedel auf dem Nacken, mit dem Käppel in der Hand, ziehn wir Prager Musikanten durch das weite Christenland. Unser Schutzpatron im Himmel heisst der heilige Nepomuk, steht mit seinem Stern und Kränzel mitten auf der Prager Bruck. Als ich da vorbeigegangen, hab’ ich Revérenz gemacht, ein Gebet ihm aus dem Kopfe recht bedächtig dargebracht.
2. ‘s steht also in keinem Büchel, wie man’s auf dem Herzen hat: Wanderschaft mit leerem Beutel und ein Schätzel in der Stadt ! Wenn das Mädel singen künnte, wär’s gezogen mit hinaus; doch es hat ‘ne heis’re Kehle, darum liess ich es zu Haus. Ei, da gab es nasse Augen, ‘s war mir selbst nicht einerlei, sprach ich: ‘s ist ja nicht für ewig, schdnstes Nannerl, lass mich frei
3. Und ich schlüpft aus ihren Armen, aus der Kammer, aus dem Haus, konnt’ nicht wieder rückwärts schauen, bis ich war zur Stadt hinaus. Und da hab’ ich’s Lied gesungen, hab’ die Fiedel zugespielt, bis ich’s in den Morgenlüften um die Brust mir leicht gefühlt. Manches Vdglein hat’s vernommen, flüg’ nur eins an Liebchens Ohr, säng’ ihr, wenn sie weinen wollte, dieses frische Liedel vor !
4. Wenn ich aus der Fremde komme, spiel’ ich auf aus anderm Ton, abends unter ihrem Fenster, Schätzel, Schätzel, schläfst du schon! Hoch geschwenkt den vollen Beutel, ach, da gibt’s ‘ne Musikal ‘s Fenster klirrt, es rauscht der Laden, heilige Cäcilial All ihr Prager Musikanten, auf, heraus mit Horn und Bass, spielt mir